seinen Verfolgern unter Beschuss über die Unstrut fliehen musste. Zurück ging es wieder auf den Höhenzug zum katholischen Benediktiner-Kloster Zscheiplitz, das nach der Reformation Luthers von den Nonnen 1540 aufgegeben wurde und inzwischen unter der Obhut einer Bürgerinitiative liebevoll gepflegt wird. Es beherbergt heute ein Museum, eine Kunstgalerie, eine Kunstbibliothek und einen Klostergarten. Auf schmalen Trampelpfaden wanderten wir entspannt weiter zu einem alten Kalkbrennofen in einem Steinbruch, in dem noch bis in die 1960er Jahre industriell Muschelkalkstein abgebaut wurde, der hier vor über 200 Millionen Jahren im Trias-Zeitalter entstanden ist. Über grüne Trockenwiesen, aus denen schon die ersten Wildorchideen ihre Blätter herausstreckten, marschierten wir die Hügel abwärts Richtung Weischütz. Dabei mussten wir unverhofft an einem Schießstand im Tal vorbei. Glücklicherweise nahm uns niemand aufs Korn, die Schützen hatten Mittagspause. Wieder im Tal legten wir an einem schönen sonnigen Rastplatz eine wohlverdiente Pause ein, um gestärkt auf die letzten 5 Kilometer bis Balgstädt zu gehen. Wir passierten die Unstrut über eine kleine Fußgängerbrücke und konnten in der Ferne auf den Dorndorfer Bergen Gebäude des Flugplatzes
Laucha-Dorndorf erkennen, die 1937 zu der damaligen Reichssegelflugschule gehörten. Vor Laucha überquerten wir die Bahngleise der eingleisigen Strecke Naumburg-Nebra und stiegen auf schmalen Naturwander-pfaden durch den Wald zum 200 m hohen Wurmberg auf. Oben angekommen konnten wir schon von weitem das Café Moness, unser Ziel im Tal liegen sehen, wo auf uns leckere selbst gebackene Kuchen und Eisbecher warteten. Ein traumhafter Wandertag an der Unstrut ist wieder zu Ende gegangen.