Wanderbericht Saale-Unstrut-Triasland, 25.04.26

Wanderbericht von Uwe Schulz-Du Bois
Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen starteten wir am Bahnhof Freyburg mit 12 bestens gelaunten Wanderfreunden. Entlang der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 14./15. Jahrhundert ging es zunächst vom Stadtrand in die Weinberge. Von den Höhenzügen aus hatten wir trotz der noch etwas diesigen Sicht am Morgen einen wunderbaren Blick auf die Stadt, die Neuenburg mit dem Wehrturm „dicker Wilhelm“, die Weinberge und das meanderförmige Unstruttal. Nach einigen Kilometern erreichten wir die schon in die Jahre gekommene Zeddenbacher Mühle am Unstrut-Wehr. Hier spielten sich im Oktober 1813 dramatische Szenen ab, als Napoleon Bonaparte nach der verlorenen Völkerschlacht auf seinem Rückzug gen Westen mit 120.000 Soldaten über eine schmale und teilweise schon zerstörte Holzbrücke vor seinen Verfolgern unter Beschuss über die Unstrut fliehen musste. Zurück ging es wieder auf den Höhenzug zum katholischen Benediktiner-Kloster Zscheiplitz, das nach der Reformation Luthers von den Nonnen 1540 aufgegeben wurde und inzwischen unter der Obhut einer Bürgerinitiative liebevoll gepflegt wird. Es beherbergt heute ein Museum, eine Kunstgalerie, eine Kunstbibliothek und einen Klostergarten. Auf schmalen Trampelpfaden wanderten wir entspannt weiter zu einem alten Kalkbrennofen in einem Steinbruch, in dem noch bis in die 1960er Jahre industriell Muschelkalkstein abgebaut wurde, der hier vor über 200 Millionen Jahren im Trias-Zeitalter entstanden ist. Über grüne Trockenwiesen, aus denen schon die ersten Wildorchideen ihre Blätter herausstreckten, marschierten wir die Hügel abwärts Richtung Weischütz. Dabei mussten wir unverhofft an einem Schießstand im Tal vorbei. Glücklicherweise nahm uns niemand aufs Korn, die Schützen hatten Mittagspause. Wieder im Tal legten wir an einem schönen sonnigen Rastplatz eine wohlverdiente Pause ein, um gestärkt auf die letzten 5 Kilometer bis Balgstädt zu gehen. Wir passierten die Unstrut über eine kleine Fußgängerbrücke und konnten in der Ferne auf den Dorndorfer Bergen Gebäude des Flugplatzes Laucha-Dorndorf erkennen, die 1937 zu der damaligen Reichssegelflugschule gehörten. Vor Laucha überquerten wir die Bahngleise der eingleisigen Strecke Naumburg-Nebra und stiegen auf schmalen Naturwander-pfaden durch den Wald zum 200 m hohen Wurmberg auf. Oben angekommen konnten wir schon von weitem das Café Moness, unser Ziel im Tal liegen sehen, wo auf uns leckere selbst gebackene Kuchen und Eisbecher warteten. Ein traumhafter Wandertag an der Unstrut ist wieder zu Ende gegangen.
Bis zum nächsten Mal!

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